Freie Auswahl Anfang April in Lohmar:
Gleich fünf Konzerte an einem Wochenende

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Sein erstes eigenständiges Konzert bot der noch neue Dirigent David Witsch mit dem Lohmarer Blasorchester, das jetzt auf sein 40-jähriges Bestehen zurückblickt. Der von Witsch moderierte Abend in der Jabachhalle drehte sich musikalisch stets um "Essen und Trinken" - mit der böhmischen "Knödel-Polka" oder mit Melodien aus dem Animationsfilm "Ratatouille". Als "Oberkellner" fungierte Posaunist Simon Schilling.
(Jürgen Morich im Lohmarer Stadtanzeiger, Ausgabe Mai 2019)

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Guten Appetit! David Witsch dirigiert als Koch das Lohmarer Blasorchester (Foto: Morich)

Musikalische Leckerbissen zum 40. Geburtstag

36. Frühjahrskonzert des Lohmarer Blasorchesters

Vor ziemlich genau einem Jahr, im Frühjahr 2018, übernahm David Witsch aus Rheinbach den "Dirigentenjob" beim Lohmarer Blasorchester. Die Früchte seiner Arbeit mit dem Haupt- und Aufbauorchester erntete der Dirigent und musikalische Leiter insbesondere am vergangenen Samstag in der Lohmarer Jabachhalle. Hier spielte David Witsch sein erstes eigenständiges Konzert vor rund 300 Zuhörern. Das diesjährige Konzertprogramm war als musikalisches Jubiläumsmenü konzipiert worden, somit drehten sich alle gespielten Titel irgendwie um "Essen und Trinken".



Als Appetitanreger und Einladung zum Menü spielte das Hauptorchester ein schwungvolles Disney-Medley, gefolgt von dem Konzertmarsch "Everest", einem Restaurant im 40. Stock eines Wolkenkratzers in Chicago gewidmet. Bei der böhmischen "Knödel-Polka" zeigten Ute Warmuth (Posaune) und David Witsch im Duett dem Publikum ihr gesangliches Können. Bei der Moderation des Abends bekam "Chefkoch" David Witsch tatkräftige Unterstützung von "Oberkellner" Simon Schilling, ebenfalls Posaunist im Hauptorchester. Vor der Pause setzte das Menü zwei "kleine Zwischengänge" ein: Das Aufbauorchester präsentierte seine Titel "Fast Food" und "Löwenzahn", in Anlehnung an die bekannte Fernsehsendung.

Nach der Pause setzte das Hauptorchester das musikalische Mehrgangmenü u. a. mit den Titeln "Lord Tullamore", "Udo Jürgens Live" und mit Melodien aus dem bekannten Animationsfilm "Ratatouille" fort. Als "Betthupferl" servierte das LBO den Titel "Lollipop", doch das Publikum hatte noch Hunger bzw. Durst und somit erklang noch das Chianti-Lied, als gemeinsame Zugabe des Haupt- und Aufbauorchesters. (ah)

(Stadtecho Lohmar am 12.04.2019)

Gekonnt geknödelt

Lohmarer Blasorchester glänzte musikalisch-kulinarisch beim Frühjahrskonzert

Lohmar. Natürlich könne er Knödel kochen, beteuerte Dirigent David M. Witsch schon fast entrüstetbeim Auftritt des Lohmarer Blasorchesters in der Jabachhalle. Die korrekte Zubereitung dieser Kartoffelspeise war eine Facette im traditionellen Frühjahrskonzert des Vereins, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiern kann. Schließlich war dieses Konzert von der Vorspeise bis zum Dessert als musikalisches Sterne-Menü konzipiert worden, und das traf in jeder Hinsicht den Geschmack der gut 350 Zuhörer. Für Witsch und Simon Schilling zudem Anlass genug, neben musikalischen Aspekten eine kleine Cocktailkunde einzubauen und mit dem Publikum über die korrekte Zubereitung von Löwenzahnsalat zu plaudern.

Es ist schon erstaunlich, wie viele Komponisten sich von gepflegten Speisen und gehobener Gastronomie inspirieren ließen. So stammte die Musik zum Gemüsegang Ratatouille aus dem gleichnamigen Disney-Film und im Udo Jürgens - Medley zeigte sich, dass der Österreicher mit Stücken wie "Aber bitte mit Sahne", "Merci Cherie" und "Griechischer Wein" praktisch eine ganze Speisekarte rauf und runter komponiert hatte. Sogar an den schrägen "Rock Lobster" der amerikanischen New Wave - Band B 52s wagte sich das Orchester erfolgreich. Das leider immer noch dünn besetzte Aufbauorchester steuerte das sehr pfiffige "Fast Food" von Peter Kleine Schaars bei.

(Foto: Peters)

Gesungene Speisekarte

Seit einem Jahr führt David M. Witsch den bei den Lohmarern bislang verpönten Taktstock und ist damit längst in die Fußstapfen seines langjährigen Vorgängers Michael Tappert hineigewachsen. Fast scheint es, als hätte sich das ohnehin exzellent aufgestellte Orchester sich noch weiter entwickelt, so elegant, schwungvoll und souverän präsentierten sich die Musikerinnen und Musiker.

Das zeigten gerade die eher symphonisch angelegten Stücke, wie der dreiteiligen Irland-Hommage "Lord Tullamore" des niederländischen Komponisten Carl Wittrock, die natürlich auch dem gleichnamigen Whiskey galt. Atmosphärisch dicht und emotional kame die Bläsersätze an, während auch die in der letzten Reihe platzierte Rhythmusabteilung ordentlich zu tun hatte.

Die Chemie zwischen dem Orchester und dem erst 29-jährigen Leiter scheint also zu stimmen, der bei seinem ersten eigenständigen Konzert in der Jabachhalle an der Seite von Ute Warmuth auch als Sänger reüsasierte, mit - natürlich - der "Knödel-Polka".

David M. Witsch sang mit Ute Warmuth die "Knödel-Polka" (Foto: Peters)

Und schließlich konnte das Orchester von Lohmar sogar sie Speisekarte des amerikansichen Edelrestaurants "Everest" im fernen Baltimore beeinflussen. Dessen exzellente Küche hatte nicht nur dn Komponisten Jacob de Haan zu einem Marsch angeregt, der in der Jabachhalle gespielt wurde. Von der "Everst" - Internetseite stammte auch das Dessert, das das Orchester als Motiv für die Plakate und Programmhefte verwenden durfte. Womöglich ermuntert durch die Anfrage aus Deutschland wurde es nach einem Jahr Abwesenheit wieder aif die Speisekarte  des "Everest" gesetzt.

(Markus Peters im Kölner Stadtanzeiger, Lokalausgabe Rhein-Sieg, am 8. April 2019)
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