Brillante Mischung auf hohem Niveau

Neujahrskonzert in Lohmar mit Tanz, Gesang und jungen Gitarrentalenten

Lohmar. "Man kann schon zufrieden sein", sagte Moderator Markus Schwedes über das "Marchissimo" des "Vereinigten Blasorchesters Lohmar und Neuhonrath", wie er es nannte. Die Begeisterung der rund 500 Gäste des Lohmarer Neujahrskonzerts zeigte, dass die Einschätzung Schwedes - zugleich Vorsitzender der Lohmarer Bläser - für die komplette Veranstaltung gelten konnte.


Glanzlicht des Neujahrskonzertes: das "Vereinigte Blasorchester Lohmar und Neuhonrath",
hier unter der Leitung von David Witsch (Foto: Lorber)


Eine wundervolle und kurzweilige Mischung aus Musiken, Tänzen und Gesang gelang den Machern. Es gab zahlreiche Schmankerl an diesem Abend, etwa das "Moon River" des Honrather Chores "La Voce", das mit seiner Sanftheit, geschmeidigen Übergängen und fesselnden Dynamik mitriss.

Aus dem Gassenhauer wurde ein geschliffener Chorsatz

Wie aus einem Gassenhauer "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" ein geschliffener Chorsatz werden kann, zeigte Viola Engelbrechts Arrangement. Doch entfaltet das Stück seine Wirkung erst dann, wenn es mit derart präzisen und von allen Sängerinnen und Sängern schlaggenauen Endungen ausgeführt wird, wie es Dirigent Mark Rosenthal den Seinen mit eindringlichem Dirigat verordnete.

Sämtliche Blasorchesterstücke punkteten mit einer Brillanz, wie sie von Laienorchestern selten zu hören ist. Das galt für die "Starlight Express Selection", die das Blasorchester Neuhonrath alleine verantwortete, ebenso wie für den gemeinsam mit den Lohmarer Kollegen angestimmten "Radetzky-Marsch", den die Gäste à la ZDF-Neujahrskonzert im Klatschrhythmus begleiteten.

Staunenswert war der Auftritt des Gitarren-Duos Lilly Mann und Noah Adelmann, das sich gelassen und selbstbewusst durch seine durchaus komplexen Stücke spielte. Höchsten Respekt verdiente sich die große technische Reife der beiden Talente, die sie die Herausforderungen in Carullis "Larghetto sostenuto & Thème de Jocondo" spielerisch meistern ließ.


Die hohen technischen Hürden meisterte das Gitarrenduo Lilly Mann und Noah Adelmann (Foto: Lorber)


Erfrischenden optischen Kontrast gab es von den Tänzerinnen der Wahlscheider Ballettschule Ena Stepanek und der Ballettschule im Hofgarten, die in der Stadt ihr Zuhause hat. Mit Tänzen zu Robert Schumann "Spieluhr", Saint-Saens' "Schwänchen" und Offenbachs "Can Can" erwarben sich die unterschiedlichen Gruppen aus Lohmar-Wahlscheid die Sympathien.

Die Lohmarer Ballettschule wartete mit einer "Quadrille" (Johann Strauß Vater) ihrer Kleinsten oder einem Tanz zu "Giselles Freundinnen" (Adam) auf und präsentierte mit Malou Etscheid, Zoe Weber und Amelie Lagauw gleich drei versierte Solotänzerinnen.

Mit zwei brillanten Klavierstücken Chopins fesselte Marius Cosmin Boeru die Besucher. Dabei stellte der gebürtige Rumäne ausgesprochen differenziert den romantischen und feinnervigen Duktus des "Walzer in cis-moll" dem der feierlichen, mit federnden Akkorden ausgestatteten "Polonaise in As-Dur" gegenüber. Ein Füllhorn an geradezu irrwitzigen Läufen und Trillern schüttete Boeru mit seinem Spiel aus - alles auf höchst virtuosem Niveau.

(Peter Lorber am 15.01.2019 im Kölner Stadt-Anzeiger Rhein-Sieg)