FJK 2016

Pure Spielfreude und charmante Moderation

Das große Frühjahrskonzert des Blasorchesters Lohmar hielt, was es versprach

Lohmar. Frisch und mit strahlender Spielfreude präsentierte sich das Blasorchester Lohmar am Samstag in der Jabachhalle und wurde somit dem Konzerttitel „Großes Frühjahrskonzert“ voll gerecht. Die charmante Moderation von Hansgünther Schröder, der einen kurzweiligen Mittelweg zwischen vertiefendem Hintergrund und informativen Randnotizen fand, tat ein Übriges für das kurzweilige Erlebnis.

Dem Aufbauorchester gehörte der Auftakt, das wie das große Orchester von Michael Tappert vorbereitet und dirigiert wird. Mit „Sun Calypso“, „Wipe Out“ und dem Gospel „Oh, Rock My Soul“ demonstrierte der Orchesternachwuchs ein weites musikalisches Spektrum und zeigte den gut 400 Zuschauern, dass es gut bestellt ist um die Zukunft der Bläser. Da durfte die Zugabe nicht fehlen, die mit Queens „We Will Rock You“ schmissig gelang.



Zehn Stücke hatte das Blasorchester Lohmar einstudiert, spannte mit seinem Repertoire einen Bogen
von Samba über Polka und Klassik hin zur Popmusik (Foto: Lorber)

Intensive Proben

Satte zehn Stücke hatte das Blasorchester bei den Mittwochproben und einem intensiven Probenwochenende einstudiert. Das Repertoire spannte einen Bogen von Samba über Polka und Klassik bis zur Popmusik: Und sämtlichen Werken verliehen die Musikerinnen und Musiker die kennzeichnenden Klangbilder: feurig bei „Brasil Time“, rasant bei der Scherzpolka und sinfonisch durchdringend beim „Tchaikowsky Symphonic Portrait“. Wundervoll geschmeidig gelangen bei Letztgenanntem die Übergänge von der Leichtigkeit des Ohrwurms „Capriccio Italien“ zur kraftstrotzenden „Ouverture 1812“.

Virtuoses Können zeigte Meike Tappert bei den „Piccolo Kapriolen“ des tschechischen Komponisten Karel Bêlohoubek. Das Stück stellte hohe technische Anforderungen an die Solistin, die diese souverän und feinnervig bewältigte. Lust aufs Mitsummen machte das „Leroy Anderson Portrait“, bei dem es ein willkommenes Wiederhören mit Evergreens wie dem “Blue Tango“ gab.

Sorgfalt und vor allem Geduld ließ das Orchester walten bei Ramin Djawadis „Game Of Thrones“. Das Arrangement erinnerte an Ravels „Bolero“ mit der wiederkehrenden Melodie und dem herzschlaggleichen Puls, was auch eine Herausforderung an das Schlagwerk, vor allem an die Kesselpauken, war. Für „Latin Flutes“ ließ Michael Tappert sein gesamtes Flötenregister am vorderen Bühnenrand antreten, was die Wirkung der Instrumente nochmals unterstrich.

Die vielen Jugendlichen und Junggebliebenen in der Halle dürften sich über das Medley „Michael Buble In Concert“ gefreut haben. Perfekt stellte das Orchester die Wirkung heraus, die Songs wie „Sway“, It’s A Beautiful Day“ oder „Haven’t Met You Yet“ zu Welthits werden ließen.
(Peter Lorber im Rhein-Sieg-Anzeiger am 22.03.2016)